Eliten-Konferenz: Abschaffung menschlicher Arbeitskraft

Arbeitsplätze

59 Prozent aller Arbeitsplätze sind in Deutschland vom technologischen Wandel bedroht. Nachdem die Automatisierung zunächst viele mehr oder weniger unqualifizierte Arbeiten ablöste, ist die nächste Phase der Überholung menschlicher Arbeitskraft bereits in vollem Gange.

Wissenschaftler der Oxford-Universität haben im Jahr 2013 Ergebnisse veröffentlicht, denen zufolge in den kommenden zwei Jahrzehnten 47 Prozent aller Arbeitsplätze in den USA anfällig für Automatisierung seien. Volkswirte der Bank ING-Diba haben berechnet, dass die Auswirkungen des technologischen Wandels hierzulande noch dramatischer sein werden.

59 Prozent aller Stellen in Deutschland wären mittel-und langfristig von der Technologisierung bedroht. Von den 30,9 Millionen sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten, die in der Untersuchung berücksichtigt werden, würden 18 Millionen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten durch Maschinen und Software ersetzt. Laut der Studie unterliegen „administrative Tätigkeiten wie Sekretäre oder Sachbearbeiter dem höchsten Risiko (86%), gefolgt von Hilfsarbeitstätigkeiten (85%). Mechaniker, Fahrzeugführer und Maschinenbediener folgen mit 69%-iger Wahrscheinlichkeit.“ (1) Mache aus den Warnungen vor einem angeblichen Fachkräftemangel und den Versprechungen sicherer Renten, die uns aus Politikermund permanent aufgetischt werden, ein jeder, was er will…

Anfang Mai lud das neoliberale amerikanische Milken-Institut zahlreiche Pseudo-Weltverbesserer, wie Klimaguru Al Gore und Alphabet-Chef Eric Schmidt, zur „Global Conference“ in Beverly Hills ein. Die nur für geladene Gäste zugängliche Tagung nahm sich nichts weniger als die Zukunft der Menschheit („The Future of Humankind“) vor. Neben  Überalterung der Gesellschaft und Klimawandel stand vor allem die Frage der Technologisierung der Arbeitswelt im Mittelpunkt. „Die meisten Vorteile der Automatisierung drehen sich um Qualitätsverbesserung und Fehlerverringerung, doch in vielen Fällen reduziert es auch die Arbeitskraft“, zitiert Reuters einen Sprecher des Global Institutes der McKinsey-Gruppe, der in einem Forum mit dem vielsagenden Titel „Gibt es einen wirklich sicheren Arbeitsplatz?“ sprach (2). „Clevere Computerprogramme sind im Grunde genommen ein Hauptverursacher für die Lohnstagnation in der Mittelschicht“, fasste David Siegel, Manager des milliardenschweren IT-Hedge-Fonds Two Sigma, die Sachlage zusammen.

Unter dem Druck der Investoren, Kosten zu senken, haben (privatisierte) Dienstleister in den vergangenen Jahren hunderttausende Stellen durch Softwareprogramme ersetzt. Die Citigroup prognostiziert Angestellten im US-amerikanischen und europäischen Bankensektor in den nächsten zehn Jahren Stellenkürzungen von 30 Prozent. Beispiel Dortmund: Kurz vor Ostern kündigte die Sparkasse an, 16 ihrer Filialen dicht zu machen und durch Automaten zu ersetzen. Wie die Redner der Konferenz deutlich machten, ist der Automatisierungstrend jedoch nicht auf den Finanzdienstleistungssektor beschränkt.

„Jeder, dessen Job es ist, Daten von einer Tabelle auf die nächste zu übertragen“, sei von der Automatisierung bedroht, sagte ein Sprecher der zu Goldman Sachs gehörenden Finanzdienstleistungsfirma Kensho. Selbstanalysierende Software macht heute breits hochqualifiziertes Personal in Anwaltskanzleien unnötig. Künstliche Intelligenz nimmt Professoren die Auswertung von Prüfungen ab. Selbst schriftliche Essays, glauben die Programmierer, kann die Software in Sekundenschnelle benoten. (3) Martin Ford, ein Unternehmer, der in vielen Büchern die zukünftige Massenarbeitslosigkeit durch Automatisierung beschreibt, wies darüber hinaus darauf hin, dass der Online-Fahrvermittlungsdienst Uber verstärkt in die Entwicklung selbstfahrender Autos investiert. In australischen Minen fahren Roboter die Lastwagen.

Weil Billiglöhne in der Globalisierung einen Wettbewerbsvorteil bedeuten, befördert die Europäische Kommission die Digitalisierung der Arbeitswelt massiv. (4) Durch den im April vorgestellten sogenannten eGovernment-Aktionsplan „sollen die digitalen öffentlichen Dienste modernisiert und die Attraktivität der EU als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Investieren erhöht werden“. EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger machte deutlich: „Europa kann seine führende Rolle aber nur behaupten, wenn sich die Unternehmen erfolgreich und rasch der Digitalisierung öffnen.“ Die Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Elżbieta Bieńkowska, ergänzte: „Digital- und Realwirtschaft sind nicht mehr zu trennen. Notwendig sind Investitionen in digitale Technologien in Bereichen wie fortgeschrittene Fertigung, intelligente Energie, automatisiertes Fahren oder elektronisches Gesundheitswesen. Hier müssen wir eine Führungsrolle anstreben.“

Auch so wird die Kapitalgesellschaft Europäische Union zu einem von Massenarbeitslosigkeit geprägten, totalüberwachten Moloch gemacht. Migrationsfixierte Einheimische und Zuwanderer sollten sich dessen gleichermaßen bewusst sein.

(1) https://www.ing-diba.de/pdf/ueber-uns/presse/publikationen/ing-diba-economic-research-die-roboter-kommen.pdf
(2) http://www.reuters.com/article/us-employment-milken-robots-idUSKCN0XV02L
(3) http://www.nytimes.com/2013/04/05/science/new-test-for-computers-grading-essays-at-college-level.html
(4) http://ec.europa.eu/news/2016/04/20160419_de.htm

Quelle: Eliten-Konferenz: Abschaffung menschlicher Arbeitskraft

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Autor: Publik

„Wenn ihr die Geheimnisse des Universums verstehen wollt, denkt in Begriffen wie Energie, Frequenz und Vibrationen.“ Nikola Tesla

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